Unternehmen mit höherem Digitalisierungsgrad sind erfolgreicher

Gleich vorweg nichts Neues: Unternehmen mit höherem Digitalisierungsgrad sind erfolgreicher. Konkret bedeutet das, dass Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad im Schnitt ein Gewinnwachstum von 20 Prozent verzeichnen. Dabei spielt laut einer neuen Studie die Branche eine weniger große Rolle. Handel, Bau, Immobilien – bei allen scheint sich mittlerweile das Digitalisierungsrad emsig zu drehen und wer fleißig ist, der hat auch was davon.

Der deutsche Mittelstand hat die Digitalisierung verschlafen – so die weitläufige Meinung sogenannter Experten. Aber ist das wirklich so? Nein, befinden Dipl. OEC. Bernhard Steimel (Inhaber, Mind Digital) und Prof. Dr. Kai Buehler (Rheinische FH Köln) in der neuen Studie „Digitale Dividende im Mittelstand“.

Große und kleine Fische

Vier Unternehmenstypen definieren die Autoren der Studie, die sich in Strategie und Umsatz deutlich unterscheiden. Den Anfang machen die Digital Starter, die Anfänger. Sie sind noch ohne Ziele und Strategie. Hier fehlt es an Führung und an Steuerung. Folge: geringer Gewinnwachstum. Weiter sind da schon die Digital Operation Excellence-Experten. Sie konzentrieren sich vor allem auf interne Digitalisierung, Kosten- und Prozessoptimierung. Ein klares Ziel, agile Projektmethoden und einer hoher technischer Reifegrad bringen schon mal mehr Wachstum.

Die Digital Customer Experience-Experten dagegen setzen beim Kundenerlebnis (Kundenportale, E-Service, E-Support) an. Sie nutzen die digitalen Technologien, um die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Das gesteigerte Kundenerlebnis erhöht auch die Gewinne. Noch besser sind aber die Digital Leader, eine Kombination aus Digital OX und Digital CX. Hier ist die Digitalisierung fest in der Unternehmensstrategie verankert. Ergebnis: Es werden die höchsten Umsätze generiert. Jedes vierte, im Rahmen der Studie befragte Unternehmen zählt zu diesem Typ.

Was bleibt noch ausbaufähig?

Natürlich ist noch nicht alles perfekt. Viel Luft nach oben sehen Steimel und Buehler zum Beispiel im E-Commerce und bei digitaler Kaufberatung. Gleiches gilt für den digitalen After-Sals-Support. Kundenzufriedenheit, Produktinnovationen und Umsatzteigerungen erfordern außerdem eine bessere Inhouse-Expertise.

Wer ganz vorne mitspielen will, sollte drei Punkte beachten:

  1. Früher starten – Ziele konkret definieren, den Weg festlegen.
  2. Schneller umsetzen – einfach machen, machen lassen und fördern.
  3. Mehr kommunizieren – einbinden und Akzeptanz erzeugen. Völlig egal, ob kleiner oder großer Fisch.

Und die Moral von der Geschicht‘

Der Mittelstand ist keineswegs so verschlafen wie man gerne behauptet. Die einzelnen Best-Practice-Beispiele der Studie zeigen auch, dass es keine Rolle spielt, wie groß ein Unternehmen ist oder welches Produkt sie vertreibt. Digitalisierung hilft auch den Kleinunternehmen zu mehr Gewinn, wer seine Zielgruppe erreichen möchte, kommt nicht drumrum.

Auftraggeber der Studie sind die Iskander Business Partner (IBP) gemeinsam mit Telekom Deutschland und AlixPartners. Mehr zur Studie gibt’s hier.

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